Unsere Geschichte – mehr als 100 Jahre Keramiker

30. April 1878Kauf der Großhandlung Carstens & Stahl durch Christian Hinrich Carstens in Elmshorn für 18.095,77 Mark.
1892erwarb der Steingutfabrikant Christian Carstens zusammen mit seinem Bruder Ernst Carstens den heruntergewirtschafteten Keramikbetrieb in Rheinsberg.
Im Besitz der Familie Carstens befanden sich Keramik- und Porzellanfabriken in Rheinsberg, Haldensleben, Rathenow, Velten, Gräfenroda, Georgenthal, Greußen, Wallhausen, Sorau, Blankenhain, Lübeck, Elmshorn, Reichenbach, Zeven und Hirschau.
bis 1945Entstehung einer Werkssiedlung in Rheinsberg mit 55 Wohnungen für Mitarbeiter. Zerstörung durch Brandstiftung eines Großteils der Fabrik und Wiederaufbau. Nach dem Tode von Ernst (1925) und Christian (1929) erfolgte die Umwandlung in eine Kommandit-Gesellschaft. Persönlich haftender Gesellschafter wurde Ernst Carstens (Sohn von Christian)
1945Ernst Carstens muß Rheinsberg verlassen. Nur die Führsprache russischer Kriegsgefangener bewahrte ihn vor dem sofortigen Erschießen.
1946Beginn einer neuen Produktion in Fredelsloh bei Göttingen. Ernst Carstens stirbt 1954 und sein Sohn Christian übernimmt den Betrieb.
1948Enteignung aller Carstens-Fabriken und Überführung in VEB
bis 1977Bis in die 70-er Jahre entwickelt sich das Unternehmen in Fredelsloh zu einem bekannten Keramikhersteller weltweit. Es werden Filialen in Argentinien, Brasilien, Chile, Australien und Österreich unterhalten. Zeitweise wurden in Fredelsloh bis zu 500 Mitarbeiter beschäftigt. Mitte der 70-er Jahre führte der Strukturwandel in der Keramikindustrie auch zum Aus für den Betrieb in Fredelsloh.
1973gründete der Sohn von Christian, Christian Carstens jun., ebenfalls in Fredelsloh einen eigenen Herstellungsbetrieb für keramische Erzeugnisse und entwickelte diesen Betrieb in den Folgejahren zum größten ortsansässigen Hersteller mit zeitweilig bis zu 45 Beschäftigten. In Fredelsloh, nach dem Krieg auch geprägt durch Flüchtlingsbetriebe aus dem Raum Bunzlau, setzte sich ein an alte bunzlauer Traditionen angelehntes Design durch. Engobemalerei auf meist blauem Untergrund beherschten das Fredelsloher Designbild.
1990Bereits Anfang 1990 nahm man Kontakt zu der Fabrik in Rheinsberg auf. Da in Rheinsberg nach der Wende ein künftig verkaufsfähiges Programm fehlte, übernahm Rheinsberg die Produktpalette aus Fredelsloh. Die Kontakte entwickelten sich so gut, daß sich Christian Carstens, sein Bruder Ernst, Gerd Fey, ein befreundeter Glasurlieferant und Hans-Jürgen Naundorf, der ehemalige Direktor der VEB Rheinsberg-Keramik, einen Großteil von der Treuhand kauften. Hans-Jürgen Naundorf wurde einziger Geschäftsführer des nunmehr als Carstens-Keramik-Rheinsberg GmbH firmierenden Betriebes.
Der Betrieb beschäftigte 47 Mitarbeiter.
1993In den Folgejahren wurde der Betrieb in Rheinsberg umfangreich modernisiert. Neue Öfen und andere technische Einrichtungen wurden installiert. Ein Teil des Betriebsgeländes wurde zu einer Ladenpassage mit Geschäften und Restaurants umgebaut.
1996Eröffnung des Werksverkaufes unmittelbar neben der Produktion auf einer Fläche von ca. 400 qm durch den Gesellschafter Titze.
Ralf Grabowski wird Betriebsleiter und 1999 Geschäftsführer in Rheinsberg.
2000Aufbau einer Vertriebsstruktur in Dänemark, Grönland, Schweden, Norwegen, Island und Finnland. Der Vertrieb an den Ost- und Nordseeküsten entwickelt sich zunehmend erfolgreich.
2004Anfang des Jahres scheidet Ernst Carstens als Gesellschafter und Geschäftsführer aus.
2020Insolvenz der Carstens Rheinberg GmbH Übernahme des Firmengeschäftes durch die neu gegründete Keramik Rheinsberg GmbH am 01. Juni 2020.

Logoentwicklung des berühmten „R“:

Dessen Schutzrechte heute die Keramik Rheinsberg GmbH besitzt.

Informationen finden Sie hierzu auch unter: märkische Tonkunst Berlin und Brandenburg Keramik der zwanziger und dreißiger Jahre deutsches historischesMuseum Berlin.

Der Ursprung des Logos geht auf Die Zeit Friedrich des Großen zurück. Das Logo FR war unsere Vorläufergesellschaft nicht vergönnt, da Friedrich nach seiner Jugendzeit von Rheinsberg sich Potsdam und Berlin zuwandte und dort u.a. KPM unter seiner Regentschaft gründete. Schirmherr der Rheinsberger Keramik war sein Bruder Heinrich. Als zu Zeiten der DDR das „R“, das an Fridericus Rex erinnert und nicht nur auf dem Boden der bekannten Teekanne eingebrannt wird, abgeschafft werden sollte, wurde dies mit dem Argument „Fridericus Rex ist tot und die Rheinsberger Kanne ist unsterblich“ verhindert.

Die seit 01. Juni 2020 in Rheinsberg tätige Keramik Rheinsberg GmbH ist als Schutzrechtsinhaberin beim deutschen Patent- und Markenamt mit dieser Wort-/Bildmarke eingetragen.

Rheinsberger Steingutfabrik
C. & E. Carstens, Rheinsberg
vmtl. 1901-1930

Rheinsberger Keramik
C. & E. Carstens Rathenow
vmtl. 1927-1929

Rheinsberger Keramik
C. & E. Carstens Rathenow
vmtl. 1927-1929

Rheinsberger Steingutfabrik
C. & E. Carstens Rheinsberg
um 1930

Rheinsberger Steingutfabrik
C. & E. Carstens Rheinsberg
ca. 1930-1950

VEB Steingutfabrik Rheinsberg
1948-1992

VEB Steingutfabrik Rheinsberg
1948-1992

Carstens-Keramik
Rheinsberg GmbH
1992-2020

Keramik Rheinsberg GmbH seit 2020